Nach Schweinepest in Belgien: Erhöhte Aufmerksamkeit gefordert

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien nahe der deutschen Grenze mahnt das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) zu besonderer Aufmerksamkeit in Deutschland. Alle tot gefundenen Wildschweine sollten gemeldet und beprobt werden, sagte eine Sprecherin des zuständigen Bundesinstituts am Freitag. Zudem sollten die geltenden Schweinehygienemaßnahmen strengstens eingehalten werden.

Der erste Nachweis in Westeuropa weitab von den bisherigen Ausbruchsherden lasse vermuten, dass der Erreger durch den Menschen eingeschleppt wurde. Das kann beispielsweise durch ein weggeworfenes Wurstbrot entstehen, das Wildschweine fressen. Das Risiko der Einschleppung der Seuche wird von den deutschen Behörden bereits seit längerem als hoch bewertet. Das FLI kündigte eine Überarbeitung der Risikobewertung an. Der Fund nahe der deutschen Grenze zeige, wie schnell die Seuche fern von bislang bekannten Ausbruchsgebieten auftreten könne. Die toten Wildschweine waren nur 60 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze im Dreiländereck von Frankreich, Luxemburg und Belgien entdeckt worden.

Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben des FLI in Europa bereits über 5000 Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen und Hausschweinbeständen nachgewiesen, davon mehr als 1120 in Hausschweinbeständen. Betroffen waren bislang das Baltikum, Polen, die Tschechische Republik, Ungarn, Rumänien und die Ukraine. Als besonders kritisch wird die Lage in Rumänien eingeschätzt, wo es bislang mehr als 870 Nachweise bei Hausschweinen gibt. Für den Menschen ist der Erreger ungefährlich.

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